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Geplantes Gewerbegebiet Drabenderhöhe/Brächen: Stadtverwaltung Wiehl informiert über den aktuellen Stand der Dinge

Am 8. Dezember 2019 lädt das „Aktionsbündnis gegen das Gewerbegebiet Drabenderhöhe/Brächen“ zu einer Versammlung auf die Zirkuswiese beim Lidl-Markt ein. Gegenstand sind die Planungen, im Bereich Drabenderhöhe/Brächen einen neuen Standort für Gewerbe vorzusehen. Die Stadtverwaltung Wiehl teilt auf ihrer Homepage mit, sie würde die Bedenken engagierter Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen und möchte im Vorfeld der Veranstaltung über den aktuellen Stand der Dinge informieren.

Sachstand zum geplanten Gewerbegebiet Drabenderhöhe/Brächen von der Wiehler Stadtverwaltung:

Derzeit befindet sich das Vorhaben in einem sehr frühen Stadium. Als ersten Schritt bereitet aktuell ein Fachbüro die Änderung des betreffenden Flächennutzungsplans vor. In diesem Rahmen wird eine umfassende Umweltverträglichkeits-Studie erstellt. Darin geht es um die Auswirkungen eines möglichen Gewerbegebiets im Hinblick auf Faktoren wie Wasserhaushalt, Boden und Lärmbelastungen.

Liegt diese Studie vor, kommen alle beteiligten Fachbehörden wie Natur- und Umweltschutzämter zu einem Abstimmungstermin zusammen. Dieser Termin dient dazu, einen ausführlichen Überblick zu schaffen, der sämtliche wichtigen Umweltaspekte aus verschiedenen fachlichen Blickwinkeln beleuchtet. Den Experten der unterschiedlichen Bereiche bietet sich Gelegenheit, ihre Ergänzungen, Wünsche und Anregungen einzubringen. Zu dem Termin sollen auch die Naturschutzverbände eingeladen werden.

In der Abstimmung ist grundsätzlich eine Vielzahl verschiedener Fragen zu klären, etwa:

Welche Auswirkungen würde eine Bebauung mit Gewerbe nach sich ziehen?
Um das herauszufinden, ist u. a. ein Bodengutachten notwendig. Darin treffen Geologen beispielsweise Aussagen dazu, wie der Boden beschaffen ist, wo die wasserführenden Schichten liegen und wie Wasser versickert. Der Auftrag an ein Fachbüro ist bereits erteilt.

Sind Beeinträchtigungen der Quelle des Loopebachs zu erwarten?
Auch zu dieser Frage wird das Bodengutachten Antworten liefern. Es beschreibt, in welche Richtungen das Wasser unterirdisch abläuft und ob eine Versiegelung des Bodens befürchten lässt, dass die Quelle austrocknen könnte.

Gefährdet ein solches Projekt geschützte Arten?
Um diesen Punkt zu klären, sind ebenfalls Experten gefragt. Der Auftrag an ein Fachbüro ist erteilt zu prüfen, ob in dem betreffenden Bereich geschützte Arten leben und in wiefern eine Bebauung Schaden anrichten kann.

Sind bereits Aussagen über das zu erwartende Verkehrsaufkommen zu treffen?
Auch zur Klärung dieser Frage ist ein Gutachten in Auftrag gegeben worden. Einfach formuliert, geht die Untersuchung von der derzeitigen Verkehrsbelastung aus und rechnet das angenommene künftige Aufkommen an Lkw und Pkw hinein. Danach lässt sich beurteilen, ob die vorgesehene Anbindung die Aufgabe erfüllt. In diesem Punkt befindet sich die Stadt in enger Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßen NRW.

In welcher Form beeinträchtigt ein Gewerbegebiet an dieser Stelle das Landschaftsbild?
Die Einbettung eines Gewerbegebiets in die Landschaft wird umfassend betrachtet. Ein Vermessungsbüro ist damit beauftragt, die Topografie des Geländes zu dokumentieren. Erstellt wird ein digitales Geländemodell. Anhand eines solchen Modells lassen sich Eingriffe anschaulich machen. Bauliche und architektonische Lösungen sind denkbar, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Die Stadtverwaltung Wiehl ist mit der ansiedlungswilligen Firma Eepos im Gespräch, was die Gestaltung der Firmengebäude angeht.

Zurzeit sind also gleich mehrere Gutachten für die unterschiedlichen Ebenen des Projekts beauftragt – um frühzeitig genaue Informationen zu erhalten. Die Stadtverwaltung wird der Öffentlichkeit immer wieder über den Fortgang der Untersuchungen berichten. Insgesamt geht es also gerade darum, grundlegendes Wissen zu den möglichen Auswirkungen des geplanten Projekts zu ermitteln. Sämtliche Erkenntnisse werden dann der Öffentlichkeit transparent zugänglich gemacht und zur Diskussion gestellt. Erst danach entscheidet sich, wie das Verfahren weiterläuft. Seitens der Verwaltung wird es insofern zum jetzigen Zeitpunkt keine Empfehlungen zu politischen Entscheidungen geben.

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