Hilfsverein der Siebenbürger Sachsen Adele Zay

Der Hilfsverein ist zum Zeitpunkt der 40-Jahrfeier der Siebenbürger Sachsen Siedlung Drabenderhöhe bereits im 45. Jahr seines Bestehens. Auch ist er bei seiner Gründung am 10. Februar 1962 nicht als ein Verein von oder für Drabenderhöhe gegründet worden. Vielmehr hatten seine Gründungsmitglieder die Notwendigkeit erkannt im Land Nordrheinwestfalen soziale Einrichtungen zu schaffen, die zu einer Beheimatung entwurzelter und zerstreut lebender Landsleute führen können.

Pastor Peter Gärtner aus Essen-West wurde erster Vorsitzender des Vereins. In dem Protokoll der Gründungssitzung wird er zitiert. Dort heißt es u. a. Sinn und Zweck des Vereins ist die Pflicht „als Siebenbürger Sachsen, die ihre Heimat verloren haben, sich um das Schicksal der Alten, Kranken und gebrechlichen Siebenbürger Sachsen zu kümmern, insbesondere auch jener, die allein ohne Betreuung und Hilfe dastehen.“

Gründungsmitglieder waren: Pastor Peter Gärtner, Lehrer Robert Gassner – Landesvorsitzender der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen NRW -, Wilhelm Niesner (Dienslaken), Erwin Kosch (Mülheim/Rhur), Ing. Gustav Deutschländer (Ratingen), Edmund Schneider (Möhrstein/Alsdorf), Michael Schenker (Wuppertal-Langefeld), Andreas Kellner (Oberhausen-Osterfeld), Heinrich Ongerth (Heiligenhaus) und Otto Zeimes (Duisburg/Rheinhausen).

Der Verein trägt seither den Namen „Adele Zay“. Sie wurde am 29. Februar 1848 in Hermannstadt geboren. Ein starker Wille sich fort- und auszubilden trug dazu bei, dass Adele Zay bereits mit 17 Jahren selbst eine Lehrtätigkeit ausüben konnte. Nach und nach war sie in verschiedenen Einrichtungen als Erzieherin und Lehrerin tätig. 1884 beruft sie das Presbyterium der Kirchengemeinde Kronstadt, einen zweijährigen Lehrgang zur Heranbildung von Kindergärtnerinnen zu leiten. Emil Neugeboren schreibt in einer Biographie: „Damit beginnt der Abschnitt in ihrem Leben, der ihr die Entfaltung ihrer vollen Kraft ermöglichte. Sie war die Lehrerin und spätere Leiterin einer stetig fortgebildeten Anstalt, mit der ihr Namen untrennbar verbunden ist.“ Adele Zay war aber auch Vorkämpferin für die Rechte der Frauen in Siebenbürgen. Nach mehreren erfolglosen Vorstößen gelang es im Jahr 1901 die Berufung von Frauen in ein Lehramt durchzusetzen. Ebenso war Adele Zay führend im Kampf um die Durchsetzung des Wahlrechts für Frauen in der Evangelischen Kirche von Siebenbürgen. Zur Würdigung ihres fortschrittlichen Denkens und Handelns zum Wohl der Gemeinschaft wurde der Verein auf ihren Namen benannt.
In kurzen Abständen nach der Gründung wurden weitere wegweisende Versammlungen abgehalten. Der Verein wuchs und hatte nach einem Jahr bereits 43 Mitglieder. Heute nehmen rund 270 Mitglieder die Aufgaben des Vereins wahr und tragen seine Verpflichtungen.

In der Mitgliederversammlung vom 7. Oktober 1967 legte Peter Gärtner das Amt des Vorsitzenden nieder. Robert Gassner, inzwischen Lehrer in Drabenderhöhe, übernahm den Vorsitz, den er bis 3. Dezember 1989 führte. Danach wurde Pfarrer Kurt Franchy 1. Vorsitzender. Im August 1968 war der Sitz des Vereins nach Drabenderhöhe verlegt worden.


Das Altenheim Siebenbürgen Drabenderhöhe öffnete seine Tore im Sommer 1966 und begeht somit in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen.
Im Sinne der Vereinssatzung konnte ein Kindergarten errichtetet werden. Aus Mitteln des Landes NRW und der Stadt Wiehl wurde er gebaut und nahm am 1. August 1995 seine Tätigkeit auf. Somit decken der Kindergarten und das Altenheim einen wichtigen sozialen Bereich in Drabenderhöhe ab. (Siehe die ausführlichen Berichte in diesem Buch.)

Gott möge dem Verein auch künftig Mitglieder und ehrenamtlich tätige Männer und Frauen schenken und erhalten, damit die segensreiche Arbeit der Vergangenheit auch in Zukunft fortgesetzt werden kann.

Kurt Franchy

Homepage des Hilfsverein der Siebenbürger Sachsen Adele Zay

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