GGS Drabenderhöhe: Rektorin Hartig-Hietsch in den Vorruhestand verabschiedet

Am Mittwoch, dem 12. Juli 2017, wurde die Rektorin der GGS Drabenderhöhe, Frau Waltraud Hartig-Hietsch, mit einem lachenden und einem weinenden Auge in den Vorruhestand verabschiedet.


Waltraud Hartig-Hietsch, Rektorin der GGS Drabenderhöhe – Foto: Christian Melzer

In den vorausgegangenen Wochen herrschte an der Schule bei Kindern und Lehrern absolute Geheimhaltung. Die Vorbereitungen für die große Abschiedsfeier der Rektorin waren in vollem Gange. Es wurde geprobt, gebastelt und gebacken.

37 Dienstjahre im Schuldienst, davon 27 Jahre an der GGS Drabenderhöhe, gingen nun für Frau Hartig-Hietsch zu Ende und das sollte gefeiert werden. Die letzten 13 Jahre hatte sie als Rektorin die Weiterentwicklung und Qualitätssteigerung der Grundschule maßgeblich mit verantwortet. Sie hat durch ihre wertvolle Arbeit den Geist der Grundschule geprägt. In Zusammenarbeit mit den Eltern und Kollegen wurden neue Ideen entwickelt und umgesetzt. Es ist ihr besonders gut gelungen die individuelle Förderung aller Kinder im Fokus zu behalten.

Am Mittwochmorgen wurde Frau Hartig-Hietsch dann mit einem Spalier von 160 Kindern, die selbst gebastelte Rosen überreichten, auf dem Schulhof empfangen. Anschließend überraschten sie die Kinder und Lehrer in der Gymnastikhalle mit einem einstudierten Tanz, dem ein großes gemeinsames Frühstück folgte.

Nach der Pause folgte das Programm der einzelnen Klassen, die vielfältige Darbietungen vorbereitet hatten. Die Akrobatiknummer auf das Lied „Time to say goodbye“ der Klasse 4b rührte Frau Hartig-Hietsch, zumal ihre Enkeltochter auch als Viertklässlerin mit dabei war. Die Klasse 1a überreichte Edelsteine mit guten Wünschen, während die Klassen 1b und 4a auf der Bühne Tänze aufführten, Klassengedichte vortrugen und umgeschriebene Lieder sangen. Die Elternvertreter zeigten einen kleinen Einspieler, mit dem sie sich für die gute Kooperation bedankten. Am Ende des feierlich-rührenden aber auch lustigen Vormittages machten die Kinder große Augen, als sie alle von der Rektorin mit einem kleinen Geschenk verabschiedet wurden.

Im Kulturhaus Siebenbürgen-Drabenderhöhe ging es um 13.00 Uhr mit der offiziellen Verabschiedung weiter. So waren Schulrätin Frau Engelhardt, der Bürgermeister Ulrich Stücker, Vertreter der Stadt Wiehl, die Schulleiter der Wiehler Schulen und Leiter der Wiehler Kindertagestätten der Einladung gerne gefolgt. Sie sprachen Anerkennungsworte für die gute und erfolgreiche pädagogische Arbeit an der Schule und Dankesworte für die bereichernde Zusammenarbeit aus.

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Ferienstartparty im Jugendheim

Am Freitag, den 14. Juli startet das Jugendheim Drabenderhöhe mit einer tollen Party für Kinder und Jugendliche in die Ferien. Neben Spiel und Spaß gibt es Fingernagel Tattoos, einen Schminkstand, Bastelangebote und viele Leckereien wie alkoholfreie Cocktails, Eis und gegrillte Hamburger. Zum Abschluss der Veranstaltung findet wieder eine Verlosung statt, bei der garantiert jeder Gast einen Preis gewinnt. Die Feier ist kostenfrei und startet um 16:00 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Tennis: Herren 55 steigen in die 2. Verbandsliga auf

Nach drei Siegen in Folge musste das Team um Mannschaftsführer Karl-Heinz Eckert im Heimspiel gegen die Verfolger Spvgg Lülsdorf-Ranzel antreten. Obwohl Heimrecht, stand das Match unter negativen Vorzeichen, denn die Mannschaft musste stark ersatzgeschwächt antreten. So fehlten die Nr. 3 – Bernhard Nikola, die Nr. 5 Erwin Kasper sowie Max Angerer, Hans-Georg Franchy und Manni Schild (7, 8 und 10). Also starteten in den Einzelbegegnungen Karl-Heinz Eckert, Herbert Breuer, Rainer Braumann, Johann Fleischer, Martin Melzer und Karl-Heinz Peppler, der erst in der Nacht zuvor aus dem Urlaub heimkehrte.


Von Links: Manfred Schild, Bernhard Nikola, Karl-Heinz Eckert, Karl-Heinz Peppler, Herbert Breuer, Martin Melzer, Peter Polke, Johann Fleischer, Max Angerer und Erwin Kasper – es fehlt: Hans Franchy

Eckert siegte an Pos. 1 mit 7:5 6:0. Breuer rang seinen Gegner mit 3:6 6:0 und 10:5 nieder während Braumann mit 6:2 5:7 und 10:12 das Nachsehen im Champions-Tiebreak hatte. Da Fleischer an Pos. 4 mit 6:7 0:6 verlor und ‚Lato‘ Melzer mit 6:0 2:6 10:4 sowie Peppler mit 7:5 und 6:1 siegten, stand es nach den Einzelbegegnungen bereits 4:2 für das Höher Team. Um den Gesamtsieg feiern zu können, fehlte folglich ein Matchpunkt. Melzer, der sich in seinem Einzelmatch verletzte, viel für das Doppel aus, so dass Mannschaftsführer Eckert quasi das letzte ‚Aufgebot‘ aufs Feld schicken musste. Eckert/Braumann, Breuer/Peppler und Fleischer/Klöckner stellten die Doppel-Paarungen. Da Eckert/Braumann eine sehr starke Partie lieferten, konnten sie rasch den ersten Satz mit 6:2 für sich entscheiden. Breuer/Peppler und Fleischer/Klöckner verloren hingegen den ersten Satz und die Frage, die sich nun stellte war: können Eckert/Braumann auch den zweiten Satz so souverän gestalten, wie den ersten. Die Antwort: ja, sogar noch souveräner – sie putzten die Gegner aus Lülsdorf-Ranzel mit 6:0 vom Platz. Breuer /Peppler und Fleischer/Klöckner verloren ihre Spiele, so dass das Endergebnis mit 5:4 für die Höher Tennis-Cracks eingetragen werden konnte. Da die Verfolger TV Siebengebirge, TuS 06 Waldbröl und die Spvgg aus Lülsdorf-Ranzel jeweils 4:4 Punkte aufweisen, steht bereits vor den letzten Gruppenspiel gegen Waldbröl der Aufstieg in die 2. Verbandsliga fest.

Die Herren 40-1 konnten nach knappen Niederlagen in der Gruppe G der 2. Verbandsliga einen deutlichen 7:2 Sieg gegen den TTC Brauweiler einfahren. Zuvor musste sich das Team um Mannschaftsführer ‚Hitche‘ Franchy nach dem Auftaktsieg gegen den VfB Blessem, den Herren vom Euskirchener TC Rot-Weiß und den Favoriten um den Aufstieg in die erste Verbandsliga, dem Dürener TV jeweils knapp mit 4:5 geschlagen geben. Nun gastieren die H40 mit 4:4 Punkten auf dem 3. Tabellenplatz und können das Punkte-Konto im letzten Match zuhause gegen den TC Rondorf, die mit 0:8 Punkten am Tabellenende stehen verbessern.

Schlauchboot-Rafting auf dem Rhein

Die städtischen Jugendeinrichtungen aus Wiehl bieten am Samstag, den 9. September wieder einen Erlebnisausflug für die ganze Familie an, für den man sich ab sofort im Jugendheim Drabenderhöhe (02262-1249) oder KinJu „Im Blauen Haus“ Wiehl (02262-752155) anmelden kann.

Gemeinsam geht es um 9.30 Uhr mit einem Reisebus von Drabenderhöhe nach Bad Honnef, wo sich die Gruppe nach einer kurzen Einweisung auf mehrere Schlauchboote verteilt. Mit diesen geht es über Europas meistbefahrene Wasserstraße von Bad Honnef nach Bonn. Während dieser Fahrt wird der Rhein mehrfach komplett überquert.

In Bonn angekommen wartet der Bus, der alle – wieder trockengelegt – zurück nach Drabenderhöhe bringt, wo im Jugendheim die Tour beim gemeinsamen Grillen endet. Obwohl alle Mitfahrerinnen und Mitfahrer mit Schwimmwesten gesichert sind, sind Grundkenntnisse des Schwimmens unbedingt erforderlich.

Teilnehmen können Väter und/oder Mütter mit ihren Kindern. Die Teilnahme von Kindern ohne mindestens einen begleitenden Erwachsenen ist leider nicht möglich. Der Ausflug kostet pro Person 10 Euro, für Familien mit mehreren Kindern bietet die Stadt Wiehl als familienfreundliche Stadt einen ermäßigten Preis an.

BV 09 Drabenderhöhe: Anmeldung einer 3. Mannschaft in der Kreisliga D

Die Fußballabteilung des BV 09 Drabenderhöhe hat eine 3. Mannschaft in der Kreisliga D angemeldet. Diese wird mit Spielern auflaufen, die wegen ihrer beruflichen Situation wenig trainieren können, aber immer noch Lust haben, sonntags gegen den Ball zu treten. Hinzu kommen erfahrene Spieler von den Alten Herren, die ebenfalls Lust haben mitzuhelfen. Kurt Berger, 1. Vorsitzender: „Damit sind wir flexibler und die Trainer der 1. und 2. Mannschaft haben die Möglichkeit alle ihre Spieler einsetzten zu können.“ Verantwortlicher ist Tom Köckert, der diese Projekt maßgeblich ins Rollen gebracht hat.

Einfach mal Pause machen…

Einfach mal Pause machen konnten 29 Mitarbeiter der Kinder- und Jugendarbeit der Ev. Kirchengemeinde Drabenderhöhe vier Tage lang im wunderschönen Freiburg im Breisgau. Sonnenschein, hochsommerliche Temperaturen und eine tolle Gemeinschaft fassen die Erlebnisse miteinander zusammen.

Auch gemeinsame Herausforderungen warteten auf das Mitarbeiterteam, die mit Bravur erfüllt wurden. Der Teamgeist erhielt ganz besonderen Ausdruck während den gemeinsamen Stunden im Waldseilgarten. Vertrauen, Kooperation, Kommunikation, Feingefühl und der Blick auf die anderen standen hier im Vordergrund. Besonders erfreulich war, dass sich alle Mitarbeiter trotz anfänglicher Bedenken doch noch trauten den ein oder anderen Parcours zu bewältigen. Spaß der rasanten Art gab es zusätzlich bei der CrossRoller-Abfahrt von Schauinsland. Auf der längsten Downhillstrecke Europas war körperliches Geschick, Mut und Koordination gefragt. Gut ausgerüstet mit Helmen, Knie- und Ellenbogenschonern ging es den Berg schließlich hinab. Viele Gespräche, Spaß, Abkühlung im Flusslauf vor der Jugendherberge rundeten das Wochenende ab und haben der Gruppe einfach gut getan, denn gemeinsame Erlebnisse schaffen Erfahrungen, die Zusammenhalt fördern und stark für eine gemeinsame Zukunft machen.

Vätertreff des Jugendheims Drabenderhöhe: Besuch des Deutschlandfunks

Der Vätertreff des Jugendheims Drabenderhöhe besuchte auf Initiative von Carsten Bockemühl, einem der Väter, das Funkhaus des Deutschlandfunks in Köln.

In der Südstadt angekommen wurde die Gruppe von Bockemühls Bekanntem Torsten Pawils, dem Leiter der IT-Abteilung des Deutschlandfunks, begrüßt. Er führte die Drabenderhöher durch das markante Sendezentrum. Nach einer allgemeinen Einführung ging es zuerst in ein Radiostudio, in dem Pawils den genauen Ablauf einer Radiosendung erklärte. Danach durfte die Gruppe in die Sendeleitung, das Herzstück des Radiosenders. Sie erfuhren, dass der DLF als einzige Radiostation in Deutschland den staatlichen Auftrag hat, eine 24-stündige Notversorgung aller Haushalte mit Radio in einem Krisenfall sicher zu stellen. Dazu verfügt der DLF über eine Infrastruktur, mit der er über 3 Monate ohne Strom oder ähnlichem von außen rund um die Uhr autonom senden könnte.

Im Serverraum, der danach begutachtet wurde, und in weiteren Studios konnten die Besucher die Technik erleben, die von Pawils genau erklärt wurde. Er ging auf jede Frage ein und nahm sich viel Zeit für die Besuchergruppe. Am Ende gab es für alle noch ein besonderes Highlight. Nachdem die Nachrichtenredaktion, weitere Redaktionsräume sowie der Kammermusiksaal des Funkhauses besichtigt waren, ging es noch in ein Hörspielstudio mit angegliederter „Geräusche-Herstellung“. Hier wurde deutlich, wie viel Handarbeit in einem Hörspiel steckt, das man im Radio erleben kann.

Sozialarbeiter Holger Ehrhardt vom Jugendheim dankte Torsten Pawils zum Abschluss für die tolle und informative Tour. Und wer weiß, vielleicht läuft seit der Besichtigungstour öfters mal bei dem einen Mitfahrer oder der anderen Mitfahrerin eines der Programme des „Deutschlandradios“.

Sporteignungstest bestanden: „Sporthochschule Köln, wir kommen!“

Durch den monatelangen intensiven Vorbereitungskurs des BV 09 Drabenderhöhe haben neun weitere Kursteilnehmer den Sporteignungstest an der Sporthochschule in Köln bestanden. Damit erhalten die Absolventen die Berechtigung an der Sporthochschule zu studieren. Für sie ist damit ein langer Traum in Erfüllung gegangen. Trainer Wolfram Gündisch ist vollen Lobes für seine Schützlinge: „Ich bin sehr stolz darauf, was meine Kursteilnehmer geleistet haben. Schließlich ist der Eignungstest in Köln einer der schwersten in Europa.“ Durch das ehrenamtliche, einzigartige und abteilungsübergreifende Spezialtraining konnte damit die Anzahl der erfolgreichen Absolventen auf 26 erhöht werden.


Den Sporteignungstest in Köln bestehen unter Trainer Wolfram Gündisch (vorne) von links: Lea Kipshagen, Veronika Nassenstein, Lara Ostrowski, Markus Hihn und Raphael Blass

Am 7. Juni 2017 bestehen mit Lea K., Markus H. und Raphael B. alle aus der aktuellen Vorbereitungsgruppe den Eignungstest und einen Tag später beenden zusätzlich noch sehr erfolgreich auch mit einem überzeugenden Endspurt Lara O. und Veronika N. die letzte Disziplin mit dem Langen Lauf. Der tolle Zusammenhalt spiegelt sich besonders an den Prüfungstagen wider. Ob selber geprüft oder nicht, gegenseitige Unterstützung der Kursteilnehmer und deren Eltern war sicher. Anschließend wurde gemeinsam gefeiert und gegrillt.

Der Prüfungstag begann um 4:00 Uhr morgens mit dem frühen Aufstehen und endete am Abend gegen 19:00 Uhr mit dem erfolgreichen 2000 m Lauf für die Damen bzw. 3000 m Lauf für die Herren. Dazwischen mussten 19 Disziplinen in den Sportarten Turnen, Schwimmen, Leichtathletik, einer Mannschaftssportart (aus Volleyball, Fußball, Handball, Hockey oder Basketball), Rückschlagsport (aus Badminton, Tennis oder Tischtennis), bewältigt werden.


Ebenfalls Leistungstest bestanden: Hinten von links: Ronja Schönbein, Oliver Schmitz, Timo Stahl und Andrea Stadali. Vorne Trainer Wolfram Gündisch

Im Februar 2017 schrieben bereits Andrea S., Ronja S., Oliver S. und Timo S. gleich mehrfach Geschichte. Sie bestanden alle am gleichen Tag an der Kölner Sporthochschule den Sporteignungstest. Das große Glück, sich gegenseitig in einer Prüfungsgruppe unterstützen zu können, half sicher auch neben der guten Vorbereitung und Vorortbetreuung durch den Trainer das Ziel zu erreichen.

Neben den tollen Ergebnissen entstanden vorallem auch bleibende Freundschaften. Trainer Wolfram G. ist sich sicher, dass einem erfolgreichen Studium jetzt nichts mehr im Wege steht. Interessenten für den nächsten Kurs sollten sich rechtzeitig beim Vorstand des BV 09 Drabenderhöhe melden. Erfahrungsgemäß sind die verfügbaren Plätze immer sehr schnell ausgebucht.

Wolfram Gündisch

Susanne Kräutner wird 90 Jahre alt

Die Liebe zur Heimat, zur Musik und zum Theaterspiel begleitet die Drabenderhöherin Susanne Kräutner bis heute. Immer wieder greift die am 14. Juni 1927 in Botsch/Siebenbürgen geborene alte Dame zum Stift, schreibt Worte auf, „die nur so aus meinem Kopf purzeln und in die Feder fließen“. Worte aus denen Geschichten, Gedichte, Lieder und Theaterstücke wurden. „Das hat mich geistig fit gehalten“, sagt Kräutner lebhaft, die das 90. Lebensjahr vollendet.


Susanne Kräutner – Foto: Christian Melzer

Mit dem Singspiel „Ein Jahr im Weinberg“, der „Botscher Hochzeit“ oder der sächsischen Operette „Die schönsten Jahre daheim“, brachte die Hobbyschriftstellerin Brauchtum auf die Bühne, um „die Erinnerung an mein Dorf, meine Heimat lebendig zu halten“. Damit drücke sie kein Heimweh aus, sondern innere Verbundenheit mit dem Fleckchen Erde, an dem sie das Licht der Welt erblickte und aufgewachsen ist. Seit 1978 wohnt sie mit ihrer Familie in Drabenderhöhe, habe hier schnell ein neues geborgenes Zuhause gefunden. Mit großem Erfolg wurden einige ihrer Stücke von der Theatergruppe des Honterus-Chores unter anderem in Drabenderhöhe, beim Heimattreffen in Dinkelsbühl, im österreichischen Elixhausen und Wels aufgeführt.

Susanne Kräutner war Zeitzeugin von Flucht und Evakuierung im September 1944. Ihre Eindrücke, Erlebnisse und Rückkehr nach Siebenbürgen beschreibt sie in einem kleinen Buch „Botsch nach dem Krieg 1945“, das sie 1992, wie auch andere, im Eigenverlag herausgab. Als in Drabenderhöhe 2016 das 50-jährige Bestehen der Siedlung gefeiert wurde, stand die 89-Jährige auf der Bühne und las aus ihren Erinnerungen an diese schwere Zeit. Voller Respekt erhoben sich nach dem eindrucksvollen Vortrag einige hundert Zuschauer und applaudierten der betagten Zeitzeugin.

„Schreiben ist meine größte Leidenschaft, bringt mir Beruhigung auch in schweren Stunden“, verrät die alte Dame, die noch fast täglich ihre Gedanken zu Papier bringt. Zuletzt schrieb sie: „Das Herz einer Mutter ist ein Diamant“, ein Gedicht eigens für die Muttertagsfeier des Frauenvereins in 2017. Wie so viele Kinder ihrer Generation musste die junge Susanne, geborene Hartig, nach Besuch der Schule der Mutter im landwirtschaftlichen Betrieb helfen: „Ich ackerte mit Pferd und Ochse auf den Feldern.“ Der Vater, Johann Hartig, war als „der Kapellmeister von Botsch“ bekannt. Wegen ihrer schönen Stimmen wurden Susanne und ihre zwei Jahre ältere Schwester Maria die „Botscher Nachtigallen“ genannt, erzählt die 90-Jährige, die gemeinsam mit Vater und Schwester bei Festen und Veranstaltungen auftrat. Schon als junges Mädchen habe sie mit Kindern kleine Theaterstücke und Singspiele improvisiert und einstudiert. Bereits 1968 veröffentlichte eine in Siebenbürgen erscheinende Zeitschrift ein Portrait, in dem es unter anderem heißt: Susanne Kräutner habe ihren Landsleuten sehr viel Schönes geboten und das nicht nur aus irgendeinem Geltungsdrang heraus, sondern einfach aus Freude an der Freude anderer.

1950 heiratete Susanne Ehemann Michael Kräutner, gebar ihm zwei Kinder, Manfred und Susanne, die unter Regie der Mutter ebenfalls auf der Bühne standen. Elf Jahre arbeitete die Jubilarin noch bei der Firma Sarstedt, wo man sie „Dichterin für Gelegenheitsverse“ nannte. Auf Bestellung habe sie zu Geburtstagen, Jubiläen und Weihnachtsfeiern kleine Verse geschrieben.

Ursula Schenker

Hans Otto Tittes: Tiefschwarz

Hans Otto TittesIst es wohl nur abgrundtiefer Pessimismus oder Realität, die dieser Patient hier äußert, fragt Hans Otto Tittes.

Tiefschwarz
von Hans Otto Tittes

Ein alter Mann, dem es schon länger
sehr schlecht geht, sagt zu seinem Freund,
als der ihn fragt nach dem Befinden:
„Ich seh‘ von Unheil mich umzäunt.“

Der Freund, besorgt, hakt nochmals nach.
Drauf kommt die Antwort voller Sorgen:
„Heut geht’s mir schlechter schon als gestern,
doch sicher besser noch als morgen!“