Honterus-Chor

Auch der Honterus-Chor feiert im Juni 2006 sein 40jähriges Jubiläum. Für einen Chor ist dies an sich keine außergewöhnlich lange Zeitspanne.
Wenn man aber die äußeren Umstände mit berücksichtigt, die zur Gründung dieses Chores notwendig waren, so erscheint die Zahl 40 in einem anderen Licht.
Erst durch die Entstehung einer Siedlung und Sesshaftwerdung von Siebenbürger Sachsen in Drabenderhöhe, war das Potenzial für einen neuen Chor vorhanden.
Für die Siebenbürger war es selbstverständlich, dass neben der Trachtenkapelle auch ein siebenbürgisch-sächsischer Chor entstehen musste, da ja in fast jedem Dorf in Siebenbürgen ein solcher Chor existiert hatte.

Nachfolgend sind die bisherigen Vorsitzenden des Honterus-Chores tabellarisch aufgeführt:
1966 – 1969 Gerhard Albrich
1969 – 1972 Dr. A. Dernerth
1972 – 1981 Eduard Dürr
Nach dem Tod von Eduard Dürr übernimmt Enni Janesch
kommissarisch die Leitung
Seit 1982 ist Günther Schuller der 1. Vorsitzende des Chores.
Aus über 200 siebenbürgischen Gemeinden kamen nach und nach die Menschen nach Drabenderhöhe und einige von ihnen fanden auch den Weg in den neuen Honterus-Chor.
Einige der damals noch jungen Gründungsmitglieder singen sogar noch heute im Chor.

Dies sind Rosi Klees und Michael Rothmann sowie Franz Krischer. Sehr viele Mitglieder sind bereits über 30 Jahre im Chor und halten ihm die Treue.
Die siebenbürgische Tracht wurde bewusst für die Auftritte eingeführt, da die Gründungsmitglieder sich sehr wohl bewusst waren, dass die verschiedenen Trachten hier in Deutschland sonst wohl kaum noch getragen werden und somit noch schneller in Vergessenheit geraten würden.

Später schaffte der Chor sich zusätzlich eine Standart-Chortracht an, die im Laufe der Jahre jedoch der Mode und dem Zeitgeist entsprechend mehrmals wechselte.
Die Vielzahl der verschiedenen Ortsgemeinden, aus denen Siebenbürger nach Drabenderhöhe gekommen sind, drückt sich nicht nur in dem Erscheinungsbild der Trachten in unserem Chor aus, sondern auch in den verschiedenen Dialekten der jeweiligen Gemeinde.

Ferner legten die Gründungsmitglieder sehr viel Wert darauf, das siebenbürgische Liedgut zu pflegen. Inzwischen hat der Chor jedoch ein recht großes Repertoire an christlichem und weltlichem Liedgut.


Der Honterus-Chor hat bei fast allen wichtigen Veranstaltungen, die in Drabenderhöhe und in Wiehl stattgefunden haben, mitgewirkt.
Aber auch über Oberberg hinaus ist er bekannt und wird auch immer wieder eingeladen, wobei der 1. Vorsitzende, Günther Schuller, jeweils ein gefragter und kompetenter Ansprechpartner ist.

Durch die Besuche und Fahrten zu Orten, in denen siebenbürgische Landsleute angesiedelt sind, wurden viele Verbindungen geknüpft und mit den Auftritten viel Freude bereitet – so kann man die Besuche in Freiburg, Geretsried, Heilbronn, Würzburg und die erlebnisreiche 10tägige Fahrt zu unseren Landsleuten nach Österreich als Beispiele nennen.
Weitere Höhepunkte im Chorleben sind jeweils die Heimattage zu Pfingsten in Dinkelsbühl, bei denen der Chor mehrmals – zuletzt 2004 – das musikalische Rahmenprogramm bei den verschiedenen Veranstaltungen mit gestaltete.

Die gelungenen Auftritte im Gürzenich in Köln bei der Verleihung der Goldmedaille beim Integrationswettbewerb sowie der Auftritt im Landtag in Düsseldorf anlässlich der 40.jährigen Patenschaftsfeier der Siedlung durch das Land Nordrhein-Westfalen sind heute noch vielen unserer Sänger in guter Erinnerung.
Sowohl die jährlichen Frühjahrskonzerte, die Mitgestaltung in der Kirche bei den Konfirmationsgottesdiensten als auch das Weihnachtskonzert in der ev. Kirche gehören ebenfalls zum ständigen Programm des Chores.

40 Jahre Honterus-Chor heißt vor allem Freude am Chorgesang aber auch Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit bei den unzähligen Proben und Auftritten, die schließlich diese wunderbare Gemeinschaft mittragen und mitprägen.
Nicht immer geht man gern zu den Proben, aber ist man erst einmal dort, fühlt man sich geborgen, gut aufgehoben und erfreut sich an der Gemeinschaft mit den anderen Sängern und dem Gesang selbst.
Das man sich mit einigen Chormitgliedern – vor allem bei der großen Zahl – besser versteht oder an diese anschließt, ist auch selbstverständlich. Aber erst durch die verschiedenen Charaktere der Sänger, ist es im Chor oft recht lustig und selten langweilig.

„Der Gezkruegen“ – Franka Hihn, Hans Herberth, Georg Janesch, Gerda Gusbeth
Das stärkste Band in unserem Chor wird sicher während der jährlichen mehrtägigen Chorfahrt geknüpft, an der auch die Ehepartner und die ehemaligen Chormitglieder teilnehmen können. Durch diese Fahrten haben wir sehr viel von Deutschland aber auch Österreich und von anderen umliegenden Ländern gesehen und viele neue Eindrücke gewonnen.
Unendlich viele kleine Begebenheiten, Wortspiele und Situationskomik prägen diese von Enni Janesch sehr gut vorbereiteten Fahrten und geben noch jahrelang Anlass zu Erinnerungen und Gesprächen.

Seit 1972 besitzt der Honterus-Chor noch eine Besonderheit, die inzwischen auch in Deutschland schon Tradition geworden ist.
Eingeführt wurde der in Siebenbürgen zur Tradition gehörende „Katharinenball“ von dem damaligen Vorsitzenden des Chores, Eduard Dürr. Als Markenzeichen gelten die Theaterstücke in siebenbürgisch-sächsischer Mundart.
Die Theatergruppe besteht jeweils aus Mitgliedern des Chores. Da aber jeder der Darsteller aus einer anderen Gemeinde stammt, gewinnt das meist lustige Volksstück noch durch die unterschiedlichen Dialekte.

Die Auswahl und Bearbeitung der Stücke, Regie und die Leitung der vielen Proben übernahm seit 1982 die 2. Vorsitzende, Enni Janesch. Vorher hatte dies der damalige 1. Vorsitzende und Begründer der Theatergruppe getan, bei dem sie schon als Souffleuse dabei war.
Der anschließende „Katharinenball“ erfordert zwar viel Arbeit, vor allem bei der Bewirtung der Gäste, er fördert aber auch die Zusammengehörigkeit zwischen den Mitgliedern des Chores und rundet dieses Fest zu einem gelungenen Ganzen ab.

Aber was ist ein Chor ohne Dirigenten/Dirigentin?
Natürlich wechselten auch im Honterus-Chor während der 40 Jahre seines Bestehens die Dirigenten.
Jeder neue Chorleiter prägte durch seine Persönlichkeit und seine jeweilige Arbeitsweise den Chor zu einem etwas anders gearteten Klangkörper.
Die Chormitglieder waren bei jedem Wechsel meist zuerst oft traurig und verunsichert, ließen sich aber durch die verschiedenen Chorleiterwechsel nicht auseinander bringen und arbeiteten dann willig und gern mit dem jeweiligen neuen Dirigenten.

Nachfolgend die Dirigenten des Honterus-Chores

1965 Erste Zusammenkunft mit Robert Gassner
1966 Michael Weber übernimmt den Chor
1967 Im Herbst wird Heidrun Dürr neue Dirigentin
1971 Hans Schebesch (Kircheib) vertritt ein halbes Jahr
Heidrun Dürr-Niedtfeld, die ihr erstes Staatsexamen ablegt
1981 übernimmt Michael Tausch den Dirigentenstab von
Heidrun Dürr-Niedtfeld. (die Weihnachtskonzerte werden weiter von ihr geleitet.)
1988 Heidrun Niedtfeld übernimmt erneut den Chor.
(Michael Tausch dirigiert noch das Singspiel „Ein Jahr im Weinberg“)
Regine Melzer wird zweite Dirigentin.
Von Januar 1993 bis Februar 1994
ist Gregor Sauer Leiter des Chores – ohne Begründung abgegeben.
Bis zu den Sommerferien 1994 leitet Regine Melzer den Chor allein.
Ab Herbst 1994 übernimmt Horst Niedtfeld die Leitung des Chores
Regine Melzer bleibt zweite Dirigentin

Seit 1.1.2003 ist Regine Melzer erste Dirigentin des Chores.
Regine Melzer hat selbst viele Jahre im Honterus-Chor gesungen, bevor sie nach ihrem Studium – erst als zweite und seit Januar 2003 als erste Dirigentin – die Chorleitung übernahm.
Und so kann man mit gutem Gewissen als Fazit über die 40 Jahre Honterus-Chor sagen:
„Wir singen, feiern und arbeiten in einer guten Gemeinschaft zusammen.“

Helga Bosch

Kontakt:
Günther Schuller
1. Vorsitzender
Bistritzer Gasse 9
51674 Wiehl

Tel.: (0 22 62) 20 04 oder 20 41
Fax: (0 22 62) 20 42
E-Mail: info@schuller-batterie-vertrieb.de

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